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Unternehmen des Gastgewerbes in der Region Flensburg stark insolvenzgefährdet

Das Unternehmens-Risikobarometer 2010 von Creditreform stellt die Risikostruktur der Unternehmen in der Region Flensburg dar. Ziel ist, Gefährdungs- aber auch Chancenpotenziale aufzuzeigen

Flensburg, 09.12.2010

Die untersuchte Region Flensburg - das sind die kreisfreie Stadt Flensburg sowie die Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland - umfasst insgesamt 25.476 Unternehmen, davon 2.039 im Gastgewerbe. Von diesen fallen hochgerechnet auf das gesamte Jahr 2010 102 Unternehmen aus. Damit weist die für die Region äußerst wichtige Branche einen Creditreform Risikoindikator (CRI) von 5,00 Prozent auf und wird im Risikobarometer in die höchste Risikoklasse mit einem sehr hohen Ausfallrisiko eingestuft. Auf Ebene der Kreise bzw. kreisfreien Städte der Region sticht die Stadt Flensburg mit einem CRI von 7,41 Prozent für das Gastgewerbe deutlich negativ hervor. Besser, aber immer noch im Bereich eines sehr hohen Ausfallrisikos, rangiert der stark touristisch geprägte Kreis Nordfriesland mit 3,76 Prozent.

Trotz vermehrter Bauinvestitionen ist auch das Ausfallrisiko im Baugewerbe weiterhin hoch. In der Region Flensburg liegt das Ausfallrisiko der Unternehmen dieser Branche mit einem CRI von 3,45 Prozent deutlich über dem Wert für die gesamte Branche in Deutschland (2,97 Prozent). Größte Probleme sind neben den Folgen der Wirtschaftskrise die unzureichende Eigenkapitalausstattung, das Zahlungsverhalten der Kunden und die daraus resultierenden Liquiditätsprobleme bis hin zur Zahlungsunfähigkeit. Der Handel folgt mit ebenfalls hohen Risikowerten. Geschäftspartner dieses Wirtschaftszweiges haben in Deutschland ein erhöhtes Risiko (CRI 2,55 Prozent), ihre Forderung ausbuchen zu müssen. In der Region Flensburg ist diese Gefahr mit einem CRI von 3,37 Prozent deutlich höher.

Das Ausfallrisiko der Unternehmen in der Region Flensburg ist im Vergleich zum Bundesdurchschnitt in nahezu allen betrachteten Branchen höher bzw. deutlich höher. Lediglich im verarbeitenden Gewerbe liegt das Ausfallrisiko mit 1,93 Prozent auf gleicher Höhe.

Blick auf die Region Flensburg

Sowohl die Stadt Flensburg als auch die Kreise Schleswig- Flensburg und Nordfriesland weisen gegenüber 2009 ein gestiegenes Ausfallrisiko auf. Mit einem CRI von 2,78 Prozent liegt das Ausfallrisiko der Unternehmen in der Region Flensburg deutlich über dem Durchschnitt von Schleswig-Holstein (2,40 Prozent) und Deutschland (2,29 Prozent). Unternehmer dieser Region haben damit ein "erhöhtes Ausfallrisiko". Die Zunahme des CRI in der Stadt Flensburg auf 3,56 Prozent bedeutet gleichzeitig einen Sprung um zwei Risikoklassen und damit den Wechsel in die höchste Risikoklasse mit einem sehr hohen Ausfallrisiko. Auch der Kreis Nordfriesland verschlechtert sich um eine Risikoklasse. Die Unternehmen in diesem Kreis weisen jetzt im Durchschnitt ein mittleres Ausfallrisiko auf. Der Kreis Schleswig-Flensburg verbleibt trotz gestiegenem CRI (auf 2,81 Prozent) im Bereich eines erhöhten Ausfallrisikos.

Creditreform Risikoindikator nach Kreisen / kreisfreien Städten in der Region Flensburg

  2010 2009
Deutschland 2,29 2,30
Schleswig-Holstein 2,40 2,30
Nordfriesland 2,42 1,68
Schleswig-Flensburg 2,81 2,50
Flensburg, Stadt 3,56 2,86

Creditreform Risikoindikator (CRI) in Prozent

Hochgerechnet 708 von rund 25.476 Unternehmen der Region werden in diesem Jahr ein hartes Negativmerkmal aufweisen, etwa einen Insolvenzantrag oder erhebliche Zahlungsstörungen. Mit den Anstiegen der CRI-Werte entwickelt sich die Region Flensburg analog zum Landestrend in Schleswig-Holstein (2,40 Prozent, Vorjahr 2,30 Prozent). Der CRI der deutschen Gesamtwirtschaft ist zuletzt hingegen minimal gesunken. Nach 2,30 Prozent im Jahr 2009 liegt der CRI jetzt bei 2,29 Prozent. Hier beginnt sich bereits die rückläufige Insolvenzentwicklung bei Unternehmen sowie die positive konjunkturelle Situation in Deutschland auszuwirken.

Datengrundlage und Methodik

Datengrundlage der Analyse ist die Creditreform Wirtschaftsdatenbank mit über 3,9 Millionen Datensätzen zu deutschen Unternehmen. Durch stichtagsbezogene Selektionen werden die Anzahl der Unternehmen sowie die Anzahl der ausgefallenen Firmen je Region ausgewiesen. Dabei berücksichtigt das Unternehmens-Risikobarometer nicht nur Insolvenzverfahren der Unternehmen. Das Vorliegen eines Ausfalls wird darüber hinaus auch durch die Negativmerkmale Verbraucherinsolvenzverfahren von unternehmerisch tätigen Personen, Haftanordnung zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung und Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung angezeigt. Auf dieser Datengrundlage wird der Creditreform Risikoindikator (CRI in Prozent) errechnet, der die Ausfallwahrscheinlichkeit der Unternehmen einer Region misst und eine Zuordnung in eine von sechs Risikoklassen ermöglicht. Das Unternehmens- Risikobarometer wurde von Creditreform Flensburg in Zusammenarbeit mit der Creditreform Rating AG, Neuss, erstellt.

Zur kompletten Analyse



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Unternehmens-Risikobarometer 2010_Flensburg
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