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Regionale Wirtschaftsforschung
Schuldnerquoten sind weiter gesunken
Die Überschuldung von Privatpersonen in den Städten Flensburg und Neumünster entwickelt sich weiter rückläufig.
So lag die Schuldnerquote in der Stadt Flensburg zum Stichtag 1. Oktober 2009 bei 14,81 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 2,20 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Auch in der Stadt Neumünster ist die Schuldnerquote gesunken. Die aktuell gemessenen 14,86 Prozent bedeuten einen Rückgang um 1,58 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Mit diesen Schuldnerquoten rangieren Flensburg und Neumünster – wie schon seit 2004 – auf den beiden letzten Plätzen unter allen 15 schleswig-holsteinischen Kreisen und kreisfreien Städten. Die niedrigste Schuldnerquote aller schleswig-holsteinischen Kreise weist Plön mit 7,99 Prozent auf.

Abbildung: SchuldnerAtlas 2009 für Flensburg und Neumünster |
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Es gibt auch in Krisenzeiten und einem problematischen Umfeld gute Nachrichten: Die Überschuldungssituation von Verbrauchern hat sich seit dem Vorjahr weiter entspannt und sich nicht in dem Maße zum Negativen hin entwickelt, wie dies angesichts der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu befürchten war.
Ein wesentlicher Grund hierfür ist sicherlich in den von der letzten Bundesregierung beschlossenen Kurzarbeitsmodellen zu finden. Der deutsche Arbeitsmarkt ist durch sie in den letzten zwölf Monaten vor einem "Absturz" bewahrt worden. Das zeigen die aktuellen Arbeitslosenzahlen mit einem Rückgang um 118.000 im Oktober 2009. Im Osten Deutschlands sank die Zahl der registrierten Arbeitslosen erstmals unter die Marke von 1 Million.
Regionale Schuldnerquoten im Vergleich zum Bundesdurchschnitt
Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgenommen. Für die Bundesrepublik wurde zum Stichtag 1. Oktober 2009 eine Schuldnerquote von 9,09 Prozent gemessen. Damit sind rund 6,2 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet und weisen zumindest nachhaltige Zahlungsstörungen auf.
Im Vergleich zu 2008 hat sich die Anzahl an Schuldnern um rund 680.000 Personen verringert. Nach Jahren teilweise deutlicher Anstiege hat sich der positive Entwicklungstrend aus 2008 fortgesetzt. Im Vorjahr war die Schuldnerquote bereits spürbar zurückgegangen (-470.000 Personen). Angesichts der Risiken der globalen Wirtschaftsentwicklung und der faktisch immer noch hohen Zahl an Überschuldungsfällen gibt es keinen Anlass für überschäumenden Optimismus.
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Schuldnerquoten in % |
| 2004 |
2005 |
2006 |
2007 |
2008 |
2009 |
| Deutschland |
9,74 |
10,43 |
10,68 |
10,85 |
10,11 |
9,09 |
| Schleswig-Holstein |
10,82 |
11,69 |
11,97 |
12,06 |
11,18 |
10,25 |
| Flensburg, Stadt |
16,94 |
18,04 |
18,65 |
19,02 |
17,01 |
14,86 |
| Neumünster, Stadt |
14,33 |
15,99 |
16,60 |
17,41 |
16,44 |
14,81 |
| Abbildung: Entwicklung der Schuldnerquoten 2004 - 2009 |
Der insgesamt rückläufige Trend bei der Überschuldungsentwicklung spiegelte sich im Vorjahr in einem Rückgang der Verbraucherinsolvenzverfahren wider (2008: - 6,5 Prozent).
Im ersten Halbjahr 2009 verzeichneten die deutschen Amtsgerichte eine weitere leichte Abnahme von 2,6 Prozent auf rund 48.300 Verfahren. In einer Gesamtsicht wirken die zwischen 1999 und dem ersten Halbjahr 2009 eröffneten rund 550.000 Verbraucherinsolvenzverfahren angesichts von immer noch rund 6,2 Millionen Schuldnern in Deutschland (2009) weiterhin vergleichsweise gering. Bis Mitte 2009 haben erst knapp neun Prozent der Schuldner vom Restschuldenerlass Gebrauch gemacht.
Über diese Analyse
Der SchuldnerAtlas ist eine jährliche Untersuchung der beiden Creditreform-Tochterfirmen CEG Creditreform Consumer GmbH und microm Micromarketing-Systeme und Consult GmbH, beide
in Neuss. Die
Analyse untersucht, wie sich die Personen mit Negativmerkmalen innerhalb Deutschlands kleinräumig verteilen.
Mit Hilfe der Analyse können Schuldnerquoten (Personen mit Negativmerkmalen im Verhältnis zu allen Personen ab 18 Jahren) auf Basis von Bundesländern bis hin zu Straßenabschnitten dargestellt werden. Die Negativmerkmale setzen sich zusammen aus den aktuell vorliegenden juristischen Negativmerkmalen (harte
Negativmerkmale und Privatpersoneninsolvenz), den unstrittigen Inkasso-Fällen der Organisation Creditreform gegenüber Privatpersonen und den negativen Zahlungserfahrungen der CEG Poolteilnehmer.
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